PSA 7,4/12,4 Gleason 5+4

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  • Isi_77
    Benutzer
    • 28.07.2025
    • 3

    #1

    PSA 7,4/12,4 Gleason 5+4

    Guten Morgen,

    ich habe mich schon hoch und runter gelesen durch das Forum und hoffe, Ihr könnt mir auch so nett helfen und mich ggf. etwas Aufklären.

    Mein Papa (82) geht seit Jahren jährlich regelmäßig zur Vorsorge, seit sein Bruder vor 15 Jahren an Prostatakrebs verstorben ist. Bei der letzten Vorsorge letztes Jahr hatte er noch einen PSA Wert von 2.
    Jetzt im Mai war er wieder zur Vorsorge und dort stellte man einen PSA von 12,4 fest. Daraufhin wurde ein MRT sowie eine Biopsie gemacht, mit folgendem Ergebnis:

    Von 15 Stanzen waren 4 positiv (3/15 mit Geason 5+4), 1/15 Gleason 4+5

    1. 45% Gleason 4+5 (Anteil Gleason 5: 5%)
    2. 60% Gleason 5+4 (Anteil Gleason 5: 70%)
    3. 35% Gleason 5+4 (Anteil Gleason 5: 75%)
    4. 30% Gleason 5+4 (Anteil Gleason 5: 60%)

    Vorgestern musste er nochmal ins MRT um zu schauen, ob der Tumor gestreut hat. Das Ergebnis bekommen wir erst nächste Woche und die Nerven liegen blank. Der PSA Wert wurde dort nochmal ermittelt, allerdings mit 7,4 (vohrer 12,4).

    Das Gleason 9 ein hoch aggressiver Krebs ist, habe ich bereits gelesen, aber wie schaut es aus, wenn "nur" 4 von 15 Stanzen positiv waren? Das ist doch eher gut, oder? Oder sagt dies über die Prognose nichts aus?
    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor bereits gestreut hat, bei dem PSA Wert? Gibt es da noch Hoffnung?

    Mein Vater ist zwar schon 82, aber er könnte gut für 70 durchgehen, da er an sich topfit ist. Was wird in einem "so hohen" Alter gemacht? Operiert, Hormone, Chemo, Bestrahlung?

    Wenn der Krebs doch schon gestreut hat, was hat man dann noch für eine Prognose bzgl. Lebenszeit?

    ich würde mich freuen, wenn Ihr mir eine Einschätzung geben könntet. Wir sind alle sehr traurig.

    Viele Grüße

    Isi
  • hansherbert
    Benutzer
    • 30.06.2025
    • 120

    #2
    Zitat von Isi_77 Beitrag anzeigen

    eine Einschätzung geben könntet.

    Moin!

    Wichtig ist es erst einmal festzustellen, ob der Tumor, der sich wahrscheinlich schon in beiden Seiten der
    Prostata befindet, die Kapsel bereits verlassen und gestreut hat.
    Eine realistische Einschätzung vornehmen kann nur der behandelnde Arzt, nachdem er alle Ergebnisse auf dem Tisch hat:
    Becken-CT, Knochenszintigramm, wie sehen die Samenblasen, die Blase, die umliegenden Lymphknoten aus etc.

    Tumor Ausdehnung:
    T2a: Maximal die Hälfte eines Prostatalappens betroffen
    T2b: Mehr als die Hälfte eines Prostatalappens betroffen, der andere Lappen ist nicht betroffen
    T2c: Beide Prostatalappen betroffen
    T3: Ausdehnung des Tumors über die Prostatakapsel hinaus​

    mfg hans

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    • Isi_77
      Benutzer
      • 28.07.2025
      • 3

      #3
      Hallo Hans,

      Danke für Deine Nachricht.

      So wie ich das auf dem Bild sehe ist nur ein Teil der linken Seite betroffen. Über die Kapsel ist es auch noch nicht hinausgewachsen. Also wäre es lt. Deinen Angaben T2a.

      Kommentar

      • Manfred
        Benutzer
        • 26.04.2024
        • 134

        #4
        hansherbert,
        Er muss nicht unbedingt, nur weil er die Kapsel verlassen hat, gestreut haben. Bei mir, PSA 17ng/ml, durch die Biopsie wohl auf 24 geklettert, Gleason 9, waren 3 von 12 Stanzen positiv, Kapseldurchbruch, eine Samenblase infiltriert. Ohne Infiltration der entnommenen Lymphknoten. Nach OP im Jahr 2023 R1, anschließende Bestrahlung.
        Jetzt, das 3.x hintereinander psa 0,00ng/ml.

        Isi_77, eine Einschätzung kann ich Dir leider nicht geben. Dazu fehlt mir das Fachwissen. Aber eins kann ich Dir sagen, die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich dachte damals auch, Alter das wars jetzt, das war dein letzter Sommer.
        https://myprostate.eu/?req=user&id=1208&page=graphic

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        • Georg_
          Benutzer
          • 06.09.2015
          • 6940

          #5
          Bei Prostatakrebs ist es nicht so dramatisch wie bei anderen Krebsarten, wenn der Tumor gestreut hat. Hier im Forum sind einige Patienten, die trotz Metastasen weit über 10 Jahre leben.

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          • KarlEmagne
            Benutzer
            • 22.02.2019
            • 1526

            #6
            Isi,

            bei der Beurteilung der Aggressivität eines Tumors ist der Gleason-Score ein prognostischer Indikator, der sich rein auf die vorgefundenen Zell- und Gewebetypen bezieht. Zellen mit Grad 5 teilen sich mutmasslich schneller als Grad 4, und bilden eher Metastasen. Die tatsächliche Geschwindigkeit des Tumorwachstums misst die Biopsie hingegen nicht, weil sie nur eine Zustandsbeschreibung liefert.

            Ein Gleason 9 Tumor eines 82-Jährigen hat mutmasslich einige Jahrzehnte länger gebracht, sich bis zu diesem Stadium herauszubilden, als bei einem 45-Jährigen, wo solche Befunde in seltenen Fällen auch schon vorkommen. Überdies wurde der Tumor in einer Routineuntersuchung gefunden und du erwähnst keine Beschwerden deines Vaters. All dies spricht für eine geringere Aggressivität des Tumors.

            Obwohl es vielleicht ein wenig zynisch klingt, hat dein Vater in seinem Alter gute Chancen, an etwas anderem zu sterben, als seinem Prostatakrebs. Zusätzlich zur vorgesehenen MRT ist eine PET/CT beim Staging und der Auswahl geeigneter Therapien hilfreich. Eine OP könnte, je nach Ausdehnung des Tumorwachstums, schwierig werden, aber Bestrahlung und Hormontherapie sollten möglich sein.

            Gruß Karl



            Nur der Wechsel ist bestaendig.

            Kommentar

            • Rudi88
              Benutzer
              • 30.01.2019
              • 78

              #7
              von Georg: "Bei Prostatakrebs ist es nicht so dramatisch wie bei anderen Krebsarten, wenn der Tumor gestreut hat. Hier im Forum sind einige Patienten, die trotz Metastasen weit über 10 Jahre leben"

              Georg sollte oder kann man bei deiner Aussage mit den 10 Jahren nicht auch unterscheiden zwischen Lymphknoten, Knochen und Organmetastasen ?
              https://myprostate.eu/?req=user&id=1039

              Kommentar

              • Georg_
                Benutzer
                • 06.09.2015
                • 6940

                #8
                Ja, Rudi, das macht einen Unterschied. Aber die Forumsteilnehmer, an die ich dachte, haben Knochenmetastasen. Mit Organmetastasen wird man selten diagnostiziert.

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                • Patrick
                  Benutzer
                  • 18.10.2006
                  • 284

                  #9
                  Hallo Isi,
                  vorab drücke ich deinem Pa die Daumen, dass seine kplt. Behandlung positiv verläuft!
                  Und dann möchte ich darauf hinweisen, dass der folgende Text nur meine eigene, höchst persönliche, Meinung und Einstellung wiedergibt.
                  Auch bei diesem hohen Gleason Score hat dein Vater große Chancen, dass es eine Behandlungsmöglichkeit mit kurativen Ansatz gibt.
                  Und wenn es auch so sein sollte, dass er den Tumor nicht loswird, so wird man ihn doch so behandeln können, dass er nur noch als
                  "unerwünschter Begleiter" wahrgenommen wird. Und so drastisch wie es sich anhört, dein Papa wird wohl in ferner ferner Zukunft einmal mit dem
                  Tumor sterben, aber nicht an ihm.
                  Es stehen genügend Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, eure Ärzte werden euch darüber informieren, ihr müsst dann abwägen, was ihr tut.
                  Was ich mit 82 nicht mehr tun würde, wäre eine OP in Angriff zu nehmen. Auch wenn ich jetzt noch topfit wäre und mir die Ärzte sonst etwas erzählen
                  würden. Mir war schon mit 50 der Erhalt meiner Lebensqualität wichtiger als alles andere. Und die Strahlentherapie (HDR-Brachy) hat mir bisher 21 Jahre
                  gebracht, die ich ohne irgendwelche Einschränkungen verleben konnte. Evtl. wäre dies auch mit einer OP möglich gewesen, die mir genannten Risiko-
                  faktoren erschienen mir aber zu hoch und im Nachhinein bin ich froh, dass ich die, für mich und mein Leben, richtige Entscheidung getroffen habe.
                  Wie du schreibst, ist dein Vater noch topfit. Und das sollte so lange wie es geht so bleiben! Daher sollte bei der Entscheidung, welche Behandlung durchgeführt
                  wird auch die Auswirkung auf das weitere Leben genaustens bewertet werden.
                  Ich bin aber sicher, dein Vater wird alles gut überstehen und ihr werdet noch viele gute gemeinsame Jahre miteinander haben! Und nochmals, alles o.a.
                  ist nur meine Meinung. Viele werden dies ganz anders sehen. Aber am Ende steht der genaue Befund, die Meinung der Ärzte und die Wünsche deines
                  Vaters. Es wäre schön, wenn alles auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden könnte und am Ende ein positives Ergebnis herauskommt.
                  LG
                  Patrick
                  Alles wird gut!

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                  • Manfred
                    Benutzer
                    • 26.04.2024
                    • 134

                    #10
                    Eine HDR Brachytherapie wurde mir nicht angeboten. Aber leider auch kein PSMA-PET/CT. Dann hätte sich wohl die HDR Brachytherapie wohl sowieso erledigt, da man dann wohl festgestellt hätte, das eine Samenblase infiltriert war, wo es vorher hieß, er sein lokal begrenzt. Und eine HDR Brachytherapie wird in der Regel nur bei einem lokal begrenztem Prostatakrebs mit mittlerem oder hohem Risiko durchgeführt.
                    Mir wurde 2023 entweder eine OP angeboten oder eine Bestrahlung. Ich hatte mich im Alter von 60 Jahren für die OP entschieden. Wäre ich 82 gewesen und hätte dieses Forum gekannt, dann hätte ich mich sicherlich für eine andere Therapie entschieden.​
                    https://myprostate.eu/?req=user&id=1208&page=graphic

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                    • Isi_77
                      Benutzer
                      • 28.07.2025
                      • 3

                      #11
                      Hallo Zusammen,

                      erstmal vielen lieben Dank für Eure Antworten. Die haben mir schon sehr viel Hoffnung gegeben, dass trotz der Diagnose nicht alles vorbei ist.

                      Gestern hatte mein Vater sein Gespräch mit dem Doktor. Im MRT haben sie eine Metastase in der Rippe gefunden. Ansonsten wohl nichts. Der Tumor ist auf die Prostata beschränkt und noch nicht aus der Kapsel rausgewachsen.
                      Der Doc schlug jetzt Bestrahlung vor und eine Spritzentherapie oder Tabletten? Warum sie nicht operieren habe ich nicht so ganz verstanden.
                      Mein Vater will auf jeden Fall die Therapie machen.
                      ,
                      Obwohl es eine Schock-Diagnose war, bin ich jetzt persönlich positiv eingestellt, dass die Ärzte das gut in den Griff bekommen und mein Vater weiterhin, ohne große Einschränkungen, noch gut leben kann.

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                      • Konstanzia
                        Benutzer
                        • 03.08.2024
                        • 203

                        #12
                        Hallo Isi,
                        wenn bereits sicher eine Metastase an der Rippe festgestellt wurde, bedeutet das leider, dass der Krebs die Prostatakapsel verlassen und Fernmetastasen gebildet hat. Es ist dabei auch wahrscheinlich, dass sich weitere Metastasen im Körper befinden, die jedoch noch zu klein sind, um im MRT sichtbar zu werden.

                        Eine Operation an der Prostata kann in diesem Stadium zwar die Tumormasse reduzieren, aber den Krebs nicht mehr vollständig aus dem Körper entfernen. Deshalb schlagen die Ärzte jetzt eine systemische Therapie vor – also eine Behandlung, die nicht mehr lokal wie eine Operation wirkt, sondern den gesamten Körper erreicht und somit auch alle bereits vorhandenen Krebszellen angreift.

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                        • Michi1
                          Benutzer
                          • 25.10.2015
                          • 3727

                          #13
                          Bei mir wurde als eine Metastase an einer Rippe gefunden wurde 16x bestrahlt. Nach einem PET/CT 2 Jahre danach war diese Metastase weg. Leider wurde aber wieder eine andere gefunden, ein Lymphknoten hat geleuchtet. Wieder wurde, diesmal 28x bestrahlt.
                          Immer positiv denken!!!

                          http://de.myprostate.eu/?req=user&id=814

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